Gemeinden

Sankt Peter Gelnhausen

Die St. Peterskirche Gelnhausen wird als Stadtpfarrkirche in staufischer Zeit geplant und begonnen. Durch päpstliches Edikt von 1238 (Gregor IX.) wird der Weiterbau der Kirche zu Gunsten der östlich gelegenen Marienkirche untersagt. Die Peterskirche bleibt ein baukünstlerisches Fragment. Das Bauwerk wird nach der Reformation profanisiert; es dient als Lager, Abstellraum und Gewerbefläche. Notwendige Reparatur- und Erhaltungsaufwendungen unterbleiben. Die beiden romanischen Rundtürme des Kirchenbauwerks werden wegen angeblicher Baufälligkeit abgebrochen (um 1830). 


Im Jahre 1922 erwirbt die katholische Kirchengemeinde Gelnhausen die Peterskirche. In mehreren Sanierungsstufen wird das nahezu zur Ruine verfallene Bauwerk renoviert und restauriert. Die umfassendste Sanierung erfolgt in den Jahren 1982 / 1983. In einer geglückten Synthese von alter Bausubstanz und neuzeitlicher baukünstlerischer Gestaltung (Fenster, Lettner, Orgel) ist die Peterskirche heute ein integraler Bestandteil der Altstadt von Gelnhausen. Schlicht aber würdig präsentiert sie sich mit den wenigen ursprünglichen Elementen staufischer Kunst und den einfühlsam gestalteten künstlerischen Additiven der Moderne dem Kirchenbesucher.


Sehenswertes in der Peterskirche

Die Schönheit der Raumkonzeption der Peterskirche entfaltet sich für den Besucher am wirkungsvollsten vom hinteren Teil des Langhauses aus. Der Blick fasst rechts und links die schlichten Arkaden des dreischiffigen, basilikaren Langhauses mit den tragenden Rundpfeilern; während von hier aus das Querschiff noch nicht einsehbar ist, liegen der mächtige romanische Triumphbogen, der Altarraum und der Lettner, den eine beherrschende Kreuzigungsgruppe krönt, voll im Blickfeld.

Die Kapitelle des Triumphbogens geben Zeugnis von der meisterlichen Steinmetzkunst der Spätromanik.

Der Lettner will neben seiner architektonischen Funktion mit der ihn krönenden Kreuzigungsgruppe das Erlösungswerk Jesu Christin in den Kirchenraum bildhaft hereinholen.

Die Fenster in der Peterskirche wurden im Jahre 1962 eingebaut. Sie sind eine Schöpfung der Künstlerin Agnes Mann aus Gersfeld.

Die Darstellung in der Rosette des Chorraums folgt dem Wort Jesu: "Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen". 

Das Westfenster des Langhauses nimmt auf der rechten Seite thematisch in einer Bildfolge das biblische Verständnis von Kirche auf. In der linken Seite des Westfensters werden Szenen aus der Begegnung Jesu mit Simon Petrus thematisiert. 

Beachtenswert ist auch der Kreuzweg. Die Hinterglasbilder wurden um 1800 von einem Mitglied der Malerfamilie Wittmann aus Neukirchen beim Heiligen Blut in der Oberpfalz geschaffen. 

Die Orgel wurde 1985/86 neu eingebaut und enthält 3 Manuale und 24 Register.


Im Außenbereich der Peterskirche sind das Nord- und Südportal von Bedeutung sowie die schlichten aber schönen Rundbogenfenster des unteren Teils des Querhauses. Das Nordportal, Petersportal genannt, zeit den Heiligen Petrus im Tympanon. Er sitzt auf einem Thron, in der rechten Hand hält er den Himmelsschlüssel, in der linken Hand, auf das Knie gestützt, die aufgeschlagene Bibel.

Das Südportal, Löwenportal genannt, ist ein Torso geblieben.

(Monsignore Hans Höfler im Pastoralverbundsbrief, September 2006)

Titelbild: Ortwin Sichmann, weitere Fotos: Susanne Gerschlauer M.A., Kunsthistorikerin - Bauforscherin

 

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